Quelle:
GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e. V. )
Besonders in der warmen Jahreszeit gehören Inline-Skater längst zum Alltag
im ländlichen und städtischen Verkehrsraum.
Konflikte mit motorisierten Verkehrsteilnehmern, Radfahrern und Fußgängern bleiben nicht aus.
Auch Skater müssen auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen
und wenn nötig Schritttempo fahren.
Manche Skater fahren aber ihrem Können oder der Verkehrssituation nach unangemessen schnell,
beherrschen aber wichtige Brems- und Kurventechnik nicht.
Wer Gefahren und Konflikte vermeiden will, muss vor allem wichtige Fahrtechniken beherrschen.



Skater im Straßenverkehr:
Deutschland:
Recht: Skater sind "Fußgänger"


Die glatte Oberfläche der Radwege oder der Asphalt der Fahrbahn sind oft attraktivere Flächen für das Skaten
als Fußwege mit rauem, lockerem Belag.
Doch der Bundesgerichtshof hat jetzt in einem Urteil bestätigt:
Inline-Skates sind als "besondere Fortbewegungsmittel" einzustufen.
Und das heißt: Skater sind rechtlich den Fußgängern gleichgestellt und müssen Gehwege benutzen -
und das mit der nötigen Rücksicht auf Fußgänger.
"Bahn frei" gilt für Skater deshalb nur auf besonderen Übungsplätzen, in Inline-Skating-Hallen oder Inline-Skating-Parks. Das "Hindernisrennen" auf dem Bürgersteig ist tabu.
Übrigens: Andere "besondere Fortbewegungsmitteln" sind zum Beispiel Rollstühle, Kinderwagen und Kinderfahrräder.
Verkehrsregeln für Skater


Inline-Skater müssen grundsätzlich die Gehwege für Fußgänger benutzen.

Auf die Fahrbahn auszuweichen ist für Inline-Skater nur dann erlaubt,
wenn kein Gehweg vorhanden ist, z. B. auf Landstraßen.

Benutzen Skater die Fahrbahn, so müssen sie innerhalb geschlossener Ortschaften am rechten Fahrbahnrand fahren.

Außerhalb geschlossener Ortschaften müssen sie, wenn möglich, am linken Fahrbahnrand fahren.

Bei Dunkelheit, bei schlechter Sicht oder wenn die Verkehrslage es erfordert, müssen Skater hintereinander fahren.

Inline-Skater, die sperrige Gegenstände mitführen, müssen die Fahrbahn benutzen,
wenn sie auf dem Bürgersteig oder auf dem Seitenstreifen die anderen Fußgänger erheblich behindern würden.

Benutzen Inline-Skater die Fahrbahn, müssen sie am rechten Fahrbahnrand fahren.

Vor dem Abbiegen nach links dürfen sie sich nicht links einordnen.

Inline-Skater müssen Straßen zügig auf dem kürzesten Weg quer zur Fahrtrichtung überschreiten,
und zwar, wenn die Verkehrslage es erfordert, nur an Kreuzungen oder Einmündungen, an Ampeln oder auf Fußgängerüberwegen.

An den Stellen, wo man als Fußgänger Vorrang hat, gilt das natürlich auch für Skater:
Am Fußgängerüberweg muss ein Auto oder Motorrad auch dann anhalten,
wenn ein Fußgänger mit Inline-Skates den Zebrastreifen erkennbar überqueren möchte.
Für Inline-Skater gelten dieselben Regeln wie für Fußgänger.
Gefahrenquellen


Fugen oder Risse in der Straße, glatter Asphalt, der nach einem Regenschauer zur Rutschbahn wird oder Vorsicht bei Gulideckeln!

Hindernisse wie Bordsteinkanten, Gulideckel oder Briefkästen - um Stürze zu verhindern,
müssen Sie Ihre Fahrweise ständig der Straße oder dem Fahrumfeld anpassen.
Strecken mit starkem Gefälle bergen besonders für unerfahrene "Inliner" große Gefahren, denn hier bekommt man richtig Geschwindigkeit.

Tipps für Strecken mit starkem Gefälle:

Lassen Sie sich nicht zur Abfahrt verleiten, wenn Sie Angst haben:
Ist Ihnen das Gefällstück zu steil, ziehen Sie lieber Ihre Skates aus - und gehen Sie zu Fuß.

Machen Sie sich vor dem Start mit dem Verlauf und den Besonderheiten der Gefällstrecken vertraut.
Prüfen Sie vorher und nachher Ihren Bremsblock auf Verschleiß.

Fahren Sie nur so schnell, dass Sie noch bequem bremsen können.

Beginnen Sie direkt zu Beginn des Gefällstücks mit dem Bremsen.

Vermeiden Sie unter allen Umständen Panik-Stoppversuche.

Verzichten Sie auf die Straßenlaterne als Bremshilfe am Ende der Strecke.
Konfliktsituationen


Keine leichte Situation: Geübte Inline-Skater können auf den schnellen Rollen Geschwindigkeiten zwischen 20 und 30 km/h erreichen - müssen aber laut Straßenverkehrsordnung den Gehweg benutzen.
Konflikte zwischen Skatern, Fußgängern, Fahrrad- und Autofahrern bleiben da nicht aus.

Rechnen Sie immer damit, dass Fußgänger "Zick-Zack" laufen.
Sie bewegen sich langsamer als Sie selbst und bleiben auch gerne schon mal plötzlich stehen oder ändern abrupt die Richtung.
Auch Hunde benutzen in Städten die Gehwege. Ihr Verhalten, etwa bei Richtungswechseln, ist unvorhersehbar.
Senken Sie also auf jeden Fall ihre Geschwindigkeit, wenn Sie Fußgänger überholen.

Radfahrerkönnen Ihnen auch im Gegenverkehr begegnen.
Auch hier gilt: Passen Sie Ihre Geschwindigkeit so an, dass Sie Konfliktsituation auf dem Gehweg jederzeit bremsen können.
Alle Verkehrsteilnehmer müssen ihr Verhalten aufeinander abstimmen.
Deshalb sind auch Sie gefragt: Nehmen Sie kritische Situationen wahr, bevor Sie zum "Ereignis" werden.
Vergessen Sie nicht, dass Radfahrer Sie überholen könnten.
Apropos Fahrrad: Viele Radfahrer sind Kinder. Ihnen fehlt jegliche Erfahrung im Straßenverkehr!

Vor allem an Zebrastreifen könnte Ihnen passieren, dass Autofahrer zu schnell heranfahren.
Bei Dunkelheit werden Skater vor allem von Autofahrern schnell übersehen.
Stecken Sie sich Batterieleuchten an oder tragen Sie Reflexstreifen!
Auch Wendemanöver auf dem Gehweg können für Sie zur Gefahr werden.
Entschärfen Sie die Situation von vornherein durch angepasste Fahrweise.
Und Augen auf: Denn neben Fußgängern und Radfahrern haben Sie es auch mit Autos zu tun, die auf dem Gehweg parken.
Die Broschüre "Skate & Roll. Inline-Skaten - aber sicher" bietet anschauliche Tipps zu Fahrtechnik,
Ausrüstung, Gefahren und Konfliktsituationen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Sie soll Einsteigern und geübten Inline-Skatern helfen, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden.
Der Spaß am Inline-Skaten wird sich dann ganz von alleine einstellen.

Die Themen:

Die Ausrüstung
Skaten lernen - aber wo?
Wege für Inline-Skates
Richtig bremsen
Richtig Fallen
Besondere Gefahren
Konflikte auf Geh- und Radwegen
Konflikte mit Autofahrern
Haftung und rechtliche Grundlagen
Regeln für Skater
Bestellen
"Skate & Roll. Inline-Skaten - aber sicher" können Sie beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV)
unter www.gdv.de bestellen.
Broschüre "Skate & Roll"